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Potentiale von Online-Lieferplattformen

Ich hatte mich damals auf den Markteintritt von Lieferando und Lieferheld gefreut, versprach er doch neuen Schwung in der Lieferbranche. Aber bis auf ein paar nette Features wie Online Bezahlvarianten hat sich nicht viel geändert. Stattdessen „prügeln“ sich die beiden lieber. Fast schon ein Sport ist daraus geworden, sich selbst als Marktführer auszurufen und vergessen dabei den Platzhirschen pizza.de. Aber das ist ein anderes Thema. Ich möchte darüber schreiben, wieso das Modell krankt und wo die Potentiale liegen.

Mittelmäßige Qualität der Anbieter

Früher gab es eigentlich nur pizza.de und man hat sich über die Plattform Lieferanten vor Ort gesucht. Man testete verschiedene Anbieter und merkte schnell, dass die Qualität der Speisen nur bei wenigen gut ist. Von sehr gut möchte ich gar nicht sprechen. Wer regelmäßig bestellt hat, hat sich schnell auf 1-3 Lieferanten eingeschossen. Da haben auch die guten Bewertungen fast aller Anbieter nicht geholfen.

Und heute? Heute hat sich nichts geändert, außer dass es jetzt drei große Plattformen in Deutschland gibt. So gesehen, sind die Online-Lieferdienste nur ein komfortabler Ersatz für die Flyer, die man früher in der Wohnung gelagert hatte. Aus diesem Grund bestelle ich nicht mehr über die Plattformen, dafür macht Joeys einfach einen zu guten Job. Die haben nämlich verstanden, was die Vielzahl der Lieferanten nicht schafft: gutes Essen, schnelle Lieferung auch zu Stoßzeiten und freundliche Mitarbeiter. That’s ist!

An diesem Punkt krankt für mich das Modell von Lieferando und Co. „Für mich“, weil ich wahrscheinlich nicht die Zielgruppe bin. Eine Zielgruppe mit hohen Ansprüchen lässt sich nämlich nicht so einfach skalieren, wie das Geschäft mit der Masse. Es bedarf etwas Aufwand, um mich abzuholen bzw. das Geschäftsmodell auf das nächste Level zu heben. Dazu im nächsten Abschnitt.

Ein wirklich cooles „Feature“

Immer mehr Online-Anbieter suchen sich ihren Weg im klassischen Handel. Ob mymuesli-HotSpots in Supermärkten oder Kooperationen von MisterSpex mit Optikern, die Verknüpfung der beiden Welten ist momentan ein ganz heißer Trend. Jetzt könnte man sagen, genau das machen auch die Lieferplattformen. Offline-Händlern eine Online-Reichweite zu verschaffen.

Aber für mich greift es einfach zu kurz. Es werden nämlich nur die Anbieter abgeholt, die einen eigenen Lieferservice anbieten. Ohne auf Daten zurückgreifen zu können, behaupte ich, es gibt eine Korrelation zwischen Vorhandensein eines Lieferservices und der Qualität der Speisen. Sehr gute Restaurants haben es nicht nötig ihr Speisen zu verschicken, sie legen Wert auf Ambiente und Service und meistens stimmt auch das Essen. Ausnahmen bestätigen sicherlich die Regel.

Wie kann also eine Online-Lieferplattform die sehr guten Restaurants abholen und seinen Kunden einen Zugang zu exzellenten Speisen verschaffen? Erst einmal muss man den Restaurants den Einstieg möglichst einfach machen. Soll heißen, den Lieferservice stellen, also ein eigenes Liefernetzwerk aufbauen. Damit ist der Logistik-Part erledigt und es gilt die Restaurants zu überzeugen. Die haben sich ja bewusst gegen einen Lieferservice entschlossen. Die Kosten-Karte auszuspielen, ist ein Anfang. Keinen eigenen Fahrer anstellen zu müssen, minimiert Fixkosten, Organisationsaufwand und Risiko der Restaurants. Potentiale aufzuzeigen, kann auch nicht schaden. Die Auslastung zur Mittagszeit zu steigern, ist ein Beispiel von vielen.

Das ging jetzt etwas schnell. Der logistische Teil ist kein Zuckerschlecken und mit Kosten verbunden. Es bedarf eines angepassten Monetarisierungsmodells, die aktuellen Provisionen werden nicht ausreichen. Gelingt aber der Spagat, könnte die Plattform tatsächlich mit Qualität werben und sich dem ewigen Battle entziehen, wer die meisten Anbieter eingebunden hat. In Jugendsprache auch *******-Vergleich genannt :P

Fazit

Ich finde es wahnsinnig spannend als Online-Anbieter in den Offline-Markt einzusteigen. Es ergeben sich ganz neue Möglichkeiten und Reichweiten. Bei Lieferplattformen würde ich mir wünschen, dass sie noch einen Schritt weitergehen. Ein eigenes Liefernetzwerk aufzubauen, ist eine komplexe Geschichte. Aber diese Geschichte würde den Plattformen einen ganz neuen Glanz verleihen.

Bildquellen: lord enfield & .curt @Flickr

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