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Google baut sich ein zweites Standbein auf

Lange wurde spekuliert, jetzt ist es soweit. Google Shopping wird dieses Jahr noch kostenpflichtig! Unter dem Motto „Building a better shopping experience“ publiziert Google im Hauseigenen Blog die Neuigkeit. An sich ist es keine Überraschung, es war vielmehr eine Frage der Zeit. Wie von anderen Preisvergleichen bekannt, wird ein CPC-Modell eingeführt. Der kostenlose Traffic versiegt und die Advertiser werden zur Kasse gebeten. Es wäre ja auch zu schön gewesen, nicht wahr? :)

Halten wir fest, es gibt eine Entwicklung

Spricht man mit erfahrenen Unternehmern, erhält man oft den Rat, baue dir mehrere Standbeine auf. Alles auf eine Karte zu setzen, kann einem die Existenz kosten.

Google finanziert sich bekanntlich hauptsächlich über die Adwords-Einnahmen. Ein zweites Standbein fehlt. Obwohl Google gefühlt im Wochentakt neue Services aus dem Boden stampft, hat sich bisher keiner zu einer mit Adwords vergleichbaren Einnahmequelle etablieren können. Ganz im Gegenteil sind viele wieder in der Versenkung verschwunden.

Es ist die logische Konsequenz sich wieder auf das Kerngeschäft zu besinnen. Die Suche birgt ein riesiges Potential, das jetzt ausgebaut werden soll. Ob der Schritt zum kostenpflichtigen Preisvergleich schon lange auf einem Strategiepapier stand oder erst durch den Führungswechsel im Hause Google initiiert wurde, darüber möchte ich nicht spekulieren. Fakt ist, das Google aus der eigenen Reichweite mehr Umsatz herausholen wird.

Fakt ist aber auch, dass vor nicht allzu langer Zeit einige Preisvergleiche durch das Panda Update abgeräumt wurden. Zeitgleich wurde die Integration von Google Shopping in den SERPs forciert. Man kann davon halten was man will, letztendlich liefert der Preisvergleich von Google den Advertisern viele kostenlose Sales. Ergo, wird der Service von den Suchenden gerne angenommen. Deswegen sage ich, Google wird nicht evil, sie holen sich einfach nur ihr Stück vom Kuchen. Sie nutzen ihre selbst aufgebaute Reichweite, um Umsätze zu generieren. Sie NUTZEN, nicht AUSNUTZEN. Das ist ein Unterschied. Eine Verschlechterung der Suchergebnisse kann ich in diesem Fall nicht erkennen.

Ganz nebenbei bemerkt, die Advertiser werden die Klickkosten bezahlen. Zu lukrativ ist der Kanal, auch mit anfallenden Kosten.

Es geht aber noch weiter

Google Adwords ist ein ständig wachsendes System. Es kommen neue Funktionen hinzu, kleine und große Änderungen werden durchgeführt. Wir erinnern uns nochmal, Adwords ist die Haupteinnahmequelle von Google.

Zuletzt erfolgten zwei Veränderungen, die mich aufhorchen ließen. Wieso? Weil sie meiner Meinung nach keine Verbesserung des Systems herbeiführten, sondern Einschränkungen der Advertiser darstellen, die nur dazu gemacht wurden, um die Umsätze von Google zu steigern.

Ich spreche dabei von der Auflockerung der Keyword Match-Types „Exact“ und „Phrase“, sowie der Abschaffung der Möglichkeit, Anzeigen in einer Anzeigengruppe gleichmäßig auszuliefern.

Durch die Auflockerung der Keyword-Übereinstimmungstypen erfolgt die Schaltung der Anzeigen nun auch beim Plural, Falschschreibweisen und anderen nahen Varianten. Was immer auch „andere nahe Varianten“ sein sollen. Diese Änderung führt den Übereinstimmungstyp „Exact“ ad absurdum, schließlich handelt es sich dabei um eine exakte Auslieferung, die eben nicht andere Varianten enthält. Auf dem folgenden Screenshot ist sogar noch ein rot hinterlegter Hinweis von Google enthalten, dass die neue Variante zu empfehlen ist. Fragt sich, für wen.

Immerhin überlässt Google den Advertisern bei dieser Variante noch die Option, die Veränderung zu deaktivieren. Bei der zweiten Neuerung ist dies nicht der Fall. Seitdem ich mit Adwords arbeite, ist es möglich, zwei Anzeigen in einer Anzeigengruppe gleichmäßig als A/B-Test laufen zu lassen. Dies wurde jetzt durch Google aufgehoben. Nach 30 Tagen Laufzeit der Anzeigen wird automatisch die klickstärkere Anzeige bevorzugt ausgeliefert. Ob dies auch die Conversion-stärke Anzeige ist, wird nicht berücksichtigt. Wenn man einen Account feingranular aufgesetzt hat, sind 30 Tage für die meisten Anzeigengruppen zu kurz, um statistisch valide Daten zu erhalten. Die Anzahl der Conversions reicht einfach nicht aus.

Auch bei dieser Einstellung im Adwords Account empfiehlt Google die klickoptimiert Variante und nennt sie einfach leistungsabhängige Anzeigenrotation. Wenn man Leistung auf die Anzahl der Klicks reduziert, dann stimmt dies sogar ;) Bei dieser Änderung gibt es übrigens keine Möglichkeit der Deaktivierung.

Fazit

Man erntet, was man säht. Und genau dies tut Google im Moment. Sie nutzen die eigene Reichweite, um Profit zu machen, ohne den Suchenden zu enttäuschen. Aber sie bewegen sich dabei auf einem schmalen Grat. An den letzen Änderungen in Adwords erkennt man einen Eingriff in die „Rechte“ der Advertiser. Diese Grenzüberschreitung finde ich sehr fragwürdig.

Bildquelle: jeff-golden @Flickr

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