Dashboards erstellen und anordnen

Im ersten Beitrag der Artikelserie gehe ich kurz darauf ein, was Dashboards sind und wie man die einzelnen Bestandteile sinnvoll anordnet. Gefolgt von einer bebilderte Anleitung zum Anlegen und den Funktionalitäten eines Dashboards. Wenn ihr bestimmte Aspekte noch vertiefen wollt, steht die Kommentarfunktion zu euren Diensten.

Dashboard – was ist das und wie geht’s los?

Im Grunde ist klar, was Dashboards sind: Informationen verschiedener Quellen werden an einer zentralen Stelle zusammengefügt und anschaulich visualisiert. Man spricht auch von Cockpits, die Kennzahlen oder KPIs beherbergen. Oder ganz einfach gesagt, ein Bildschirm mit vielen Zahlen und Grafiken, die analysiert und interpretiert werden wollen.


Bevor man sein erstes Dashboard anlegt, können einige vorbereitende Gedanken nicht schaden. Was ist das Ziel des Dashboards bzw. wem soll es die Arbeit erleichtern? Welche Kennzahlen benötige ich dafür? Und wie ordnet man diese Kennzahlen sinnvoll an?
Die Titel der folgenden Beiträge der Serie lassen es schon vermute, ich empfehle Dashboards nach den Zielen des Nutzers auszurichten. Ein Redakteur interessiert sich für andere Zahlen als ein SEO, für den Social Media Manager sind wiederum Likes und Retweets interessant und der Geschäftsführer hält das große Ganze im Auge. Somit ist das Ziel klar definiert, ein Dashboard unterstützt rollenspezifische Auswertungen. Welche das jeweils sind, gilt es herauszuarbeiten.
Damit sind wir auch schon bei der zweiten Frage: die konkreten Kennzahlen leitet man aus der jeweiligen Tätigkeit ab. Die einfachste Herangehensweise ist es, sich mit dem Mitarbeiter zusammen zu setzen, der die Tätigkeit ausübt. Darüber deckt man das meiste ab. Trotzdem sollte man sich überlegen, welche weiteren Kennzahlen für den Bereich relevant sind. Nicht alle Mitarbeiter beobachten die Zahlen, die in direktem Zusammenhang mit dem Unternehmenserfolgs stehen. Also Froschperspektive verlassen und das Hack-Eye bemühen.

Spätestens nach diesem Schritt empfiehlt es sich die Terminologie von Google Analytics zu verinnerlichen. Wer die Bezeichnungen der Analysen nicht kennt, wird sich bei der Erstellung des Dashboards abmühen, da der Dialog zur Auswahl der Metriken nicht gerade Oskar-prämiert gestaltet wurde. Also am besten klickt man sich durch die einzelnen Bereiche und notiert die genauen Titel der gewünschten Kennzahlen.

Das Dashboard wird am Anfang leer sein. Wie gestaltet man also die Anordnung der Kennzahlen am besten? Erstmal das Dashboard nicht überladen, zu viele Zahlen führen dazu, dass das Dashboard unübersichtlich und letztendlich nicht mehr genutzt wird. 5-10 Kennzahlen reichen vollkommen aus, um alle relevanten Daten darzustellen. Drei Widgets können nebeneinander gelegt werden, was uns erlaubt, den typischen Prozess einer Website abzubilden. Wir trennen die drei Spalten nach Herkunft, Verhalten und Ergebnissen der Besucher.


Spalte 1 beinhaltet zum Beispiel die Aufteilung der Besucher nach Quellen. In der mittlerweilen Spalte werden Daten wie Verweildauer oder beliebteste Seiten dargestellt. Am Ende folgen Transaktionen, Conversionrate oder Warenkorbwerte. Durch diese Art der Darstellung behält man alle drei Achsen im Blick und bekommt ein gutes Gefühl für den Besucherstrom auf der Website.

Dashboard erstellen – Achtung Screenshots

Voraussetzung für das Anlegen von Dashboards ist die neuste Version von Google Analytics. Wer noch nicht gewechselt ist, findet den Link oben rechts im Account:


Das erstellen eines Dashboard ist ganz einfach. Man wählt sein Projekt aus, wechselt vom Reiter „Standardberichte“ auf „Startseite“ und klickt in der linken Sidebar „Neues Dashboard“:


Es öffnet sich ein Dialog mit zwei Optionen: leeres Canvas und Starter-Dashboard. Die zweite Option lassen wir links liegen, da uns Google nur Widgets ausliefert, die wir nicht wollen :) Also, leeres Canvas. Dem Dashboard noch einen aussagekräftigen Namen geben und fertig ist unser allererstes Dashboard. Yeah!
Google hat’s recht eilige und popt uns direkt den ersten Dialog zum Anlegen eines Widgets vor die Füße. Es stehen vier Optionen zur Auswahl: Messwert, Kreisdiagramm, Verlauf und Tabelle.


Anhand des Messwertes stelle ich die grundlegenden Funktionen vor, die anderen Varianten unterscheiden sich nicht all zu sehr. Als erstes wählt man einen Messwert aus. Wer sich vorab die relevanten Auswertungen herausgesucht hat, kann diese per Suchfunktion komfortabel ansteuern. Die Alternativ ist im Drop-Down-Menü nach geeigneten Metriken zu suchen. Was allerdings keinen Spaß machen wird, da das Menü nur sehr klein ausfällt. Lieber vorher Gedanken machen und in diesem Schritt Zeit und Nerven sparen.

Hat man seinen Messwert angegeben, kann man noch einen Filter setzen. Dies eignet sich, wenn man Teilmengen der Daten auswerten möchte. Für ein Social Media Dashboard würde es sich anbieten, die entsprechende Quelle als Filter zu setzen. Wenn man den gesamten Traffic beobachten möchte, lässt man den Filter einfach weg.
Der Name des Widgets wird automatisch gesetzt und zum Schluss gibt es noch eine sehr hilfreiche Funktion. Man kann dem Widget einen Link zum spezifischen Bericht hinzufügen und darüber direkt in die Analyse einsteigen.


Das Kreisdiagramm funktioniert ganz ähnlich. Man wählt einen Messwert aus, z.B. Besucher, und gruppiert diesen nach Dimension, z.B. Quelle. Man kann maximal sechs Kuchenteile auswählen und erhält dadurch die Sektoren mit den meisten Daten. Das Ergebnis für inside-om.de würde folgendermaßen aussehen, als Zeitraum habe ich 1 Sekunde ausgewählt :D


Das Vorgehen für einen Verlauf oder eine Tabelle unterscheidet sich kaum und es kommen keine neuen Elemente mehr hinzu. Ich denke, ihr wisst, wie es läuft und ich spare mir die Screenshots einfach für später auf :P

Fehlende Funktionalitäten

For starters, we still need to bring some of the features from the current dashboard over, such as the ability to share, email, and export a Dashboard.“ – bereits im März 2011 wurde dieses Statement im Blog von Google getätigt. Seitdem ist leider keine der Funktionalitäten realisiert worden. Schmerzlich vermisse ich die Teilen-Funktion. Macht ja keinen Spaß ein und dasselbe Dashboard auf mehreren Rechnern anlegen zu müssen.

Soweit der erste Teil der Artikelserie. Ich hoffe, meine Erklärungen waren verständlich. Im nächsten Beitrag steigen wir direkt in das erste rollenspezifische Dashboard ein.

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2 Antworten zu Dashboards erstellen und anordnen

  1. backlink-butler 9. Februar 2012 at 20:33 #

    Wow, das nenne ich mal gute Arbeit. Hast dir echt Mühe gegeben. Aber ich dachte am Anfang Dashboard im Allgemeinen, solltest vielleicht schreiben von Google Analytics.

    Für den nächsten Teil, weist du noch drauf hin, dass man den Code verändern kann, um somit bessere und genauere Ergebnisse der Absprungrate zu erlangen?

  2. Jörg Wukonig 26. Juni 2012 at 18:17 #

    Danke für den Beitrag, ich hoffe die Serie wird bald fortgesetzt, den mich würde auch interessieren, welche Best-Practices es bei den Dashboards so gibt, z.B. Management Dashboard, ein SEO Dashboard etc.. Schade auch, daß die Zahl der Widgets von Google auf 12 begrenzt ist.

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